Dialogprozess zur Verbesserung des Landschaftswasserhaushalts im deutsch-polnischen Grenzgebiet

In den Regionen Uckermark-Barnim und Zachodniopomorskie (Westpommern)

Landschaftswasserhaushalt
Der Landschaftswasserhaushalt betrachtet die Komponenten des Wasserkreislaufs (Niederschlag, Verdunstung, Abfluss, Speicher) in einem konkreten landschaftlichen Gefüge mit seinen natürlichen sowie vom Menschen veränderten Eigenschaften. Er betont die starke Verbindung von Wasser und Landschaft mit ihren vielfältigen Wechselwirkungen und gegenseitigen Abhängigkeiten.

Wozu dieses Projekt?
Mit den zunehmend spürbaren Auswirkungen des Klimawandels – allen voran den steigenden Temperaturen – wächst auch die Konkurrenz um Wasser und wird immer mehr zu einem zentralen gesellschaftlichen Thema. Extremwetterereignisse wie Starkregen, Hochwasser und Dürreperioden treten häufiger und intensiver auf und stellen auch die Regionen beiderseits der Oder vor große Herausforderungen.

Die lange intensive Nutzung der Landschaft hat ihrerseits deutliche Spuren im regionalen Landschaftswasserhaushalt hinterlassen. Großflächige Entwässerungen, die Begradigung von Fließgewässern und die Versiegelung von Böden haben oberirdische und unterirdische Abflüsse beschleunigt, sodass Wasser nicht mehr in ausreichendem Maße in der Landschaft gehalten wird. Im Zusammenspiel mit den steigenden Temperaturen führt das immer stärker zu ausgetrockneten Böden, schrumpfenden Seen, sterbenden Wäldern und einer stark verringerten Grundwasserneubildung.

Der Schlüssel, diesen Entwicklungen entgegenzuwirken, liegt in der Stabilisierung des regionalen Landschaftswasserhaushaltes. Er hat enorme Bedeutung sowohl für die Sicherung unserer natürlichen Lebensgrundlagen als auch für die Funktionsfähigkeit nahezu sämtlicher Wirtschaftszweige und Lebensbereiche in unserer Region – von der Landwirtschaft über den Tourismus bis hin zur Siedlungsentwicklung.

Zielstellung
Unser gesamtes Projekt zielt auf die Verbesserung des Landschaftswasserhaushalts in der Projektregion ab.
Dazu möchten wir im Rahmen des Modellprojektes:

  • zusammen mit Akteuren aus den Regionen Strategien und Maßnahmen zur Verbesserung des Landschaftswasserhaushalts identifizieren und befördern
  • Wissen vermitteln, um für die Herausforderungen und Handlungsmöglichkeiten zu sensibilisieren
  • Akteure vernetzen, um neue Kooperations- und Umsetzungsmodelle zu erarbeiten und zu diskutieren
  • zum grenzüberschreitenden Wissens- und Erfahrungsaustausch zwischen Deutschland und Polen an den Schnittstellen zwischen Raumordnung und Wasserwirtschaft beitragen
  • Erkenntnisse über Möglichkeiten und Grenzen der regionalplanerischen Steuerung im Bereich des Landschaftswasserhaushaltes gewinnen

Zielgruppen
In der Planungsregion Uckermark-Barnim wollen wir insbesondere mit den Kommunen sowie den Landeigentümern und -nutzern beider Landkreise ins Gespräch kommen, um dem Ziel, den regionalen Landschaftswasserhaushalt nachhaltig zu stabilisieren, gemeinsam näher zu kommen.
Im deutsch-polnischen Dialogprozess liegt unser Fokus auf dem Austausch mit den relevanten Institutionen von Raumordnung und Wasserwirtschaft auf beiden Seiten der Oder.

Laufzeit
Unser MORO-Projekt läuft von November 2024 bis Juli 2027.

Projektflyer – Dialogprozess zur Verbesserung des Landschaftswasserhaushalts (deutsch)
Projektflyer – Dialogprozess zur Verbesserung des Landschaftswasserhaushalts (polski)

 

Maßnahme 1: Handlungskonzept

Als Ausgangspunkt für den Dialog mit Kommunen und Landeigentümern/-nutzern erarbeiten wir ein Handlungskonzept für einen verbesserten Landschaftswasserhaushalt in der Planungsregion Uckermark-Barnim. Es soll den Einstieg in die Thematik erleichtern und grundlegende Informationen zu Handlungsbedarfen, Maßnahmentypen, relevanten Akteuren für die Maßnahmenumsetzung sowie Finanzierungsmöglichkeiten enthalten.

 

Maßnahme 2: Vermitteln – Sensibilisieren – Vernetzen

Ab 2026 steht für uns der Austausch mit den Kommunen und Landeigentümern/-nutzern der Planungsregion im Fokus. Im gemeinsamen Dialog möchten wir Herausforderungen und Möglichkeiten zur Umsetzung geeigneter Maßnahmen zur Verbesserung des Landschaftswasserhaushalts diskutieren, Lösungsansätze identifizieren und ihre Umsetzung unterstützen.

Im Dialog mit den Kommunen möchten wir dabei auch die Nutzung von Ausgleichs- und Ersatz-Maßnahmen für die gezielte Verbesserung des Landschaftswasserhaushaltes erörtern. Zusammen mit den Landnutzern wollen wir außerdem die Entwicklung von Ansätzen für klimaangepasste, ökonomisch tragfähige Landnutzungsformen unterstützen.

 

Maßnahme 3: Deutsch-polnischer Austausch

Im Rahmen des grenzüberschreitenden Wissens- und Erfahrungsaustauschs organisieren wir drei Workshops mit relevanten Akteuren aus Deutschland und Polen zu den Themen:

  • Landschaftswasserhaushalt in der Region Uckermark-Barnim und der Wojewodschaft Zachodniopomorskie: Kenntnisstand, Strategien, Handlungsbedarfe
  • Hochwasser, Trockenheit, Anpassung an den Klimawandel: Vor welchen Herausforderungen steht die wasserbezogene Raumplanung in Deutschland und Polen?
  • Grenzüberschreitende Abstimmungsbedarfe & Kooperationspotenziale

Die gewonnen Erkenntnisse werden wir u.a. in die Fortschreibung des Gemeinsamen Zukunftskonzepts für den deutsch-polnischen Verflechtungsraum – Vision 2050 einfließen lassen.

Wir werden darüber hinaus eine gemeinsame Exkursion in die Region organisieren.

Zum Projektende veranstalten wir eine gemeinsame Abschlusskonferenz.

 

Maßnahme 4: Öffentlichkeitsarbeit

Projektbegleitend informieren wir über unsere Projektziele, geplante und durchgeführte Aktivitäten, Erkenntnisse u.v.m.

  • mit unserem Projekt-Flyer
  • auf dieser MORO-Projekt-Website der Regionalen Planungsgemeinschaft Uckermark-Barnim sowie auf dem Deutsch-Polnischen Raumordnungsportal
  • mit unserem MORO-Newsletter
  • sowie im Rahmen der regulären Gremienarbeit der Regionalen Planungsgemeinschaft Uckermark-Barnim (Planungsausschuss, Vorstand, Regionalversammlung

 

Maßnahme 5: Forschungsfeldkooperation

Wir bringen uns aktiv in die übergeordnete MORO-Forschungsfeldkooperation ein, insbesondere durch die Teilnahme an Experten-Austauschtreffen, Online-Statustreffen und den Workshops der MORO-Modellregionen.

MORO-Projektflyer des BBSR (deutsch)
MORO-Projektflyer des BBSR (polski)

Das Modellprojekt „Dialogprozess zur Verbesserung des Landschaftswasserhaushalts im deutsch-polnischen Grenzgebiet“ der Regionalen Planungsgemeinschaft Uckermark-Barnim ist eingebettet in das übergeordnete MORO-Forschungsprojekt „Grenzüberschreitende Synergien von Raumordnung und Wasserwirtschaft im Einzugsgebiet der Oder“. Dieses verfolgt das Ziel, rechtliche und fachliche Instrumentarien von Raumordnung und Wasserwirtschaft im Projektkontext zu identifizieren und besser zu verknüpfen.
Bei raumrelevanten Fragen wie dem vorsorgenden Hochwasserschutz oder dem Wasserressourcenmanagement kann die Raumordnung die Wasserwirtschaft unterstützen, indem sie raumbedeutsame Planungen abstimmt und raumplanerische Standards harmonisiert. Zu diesem Zweck wird durch das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) eine Studie koordiniert, durch die übergreifende Fragen an der Schnittstelle von räumlicher Planung und Wasserwirtschaft auf Bundes- und Landesebene sowie in der grenzüberschreitenden Perspektive identifiziert und geklärt werden sollen.
Außerdem werden vier regionale Modellprojekte unterstützt, die mögliche Lösungsansätze praktisch erproben, darunter das Modellprojekt der Regionalen Planungsgemeinschaft Uckermark-Barnim:

Weiterführende Informationen zum MORO-Projekt des BBSR

MORO-Newsletter N°1

Newsletter-Anmeldung

Die Region Uckermark-Barnim umfasst eine Fläche von ca. 4550 Quadratkilometern mit sehr unterschiedlichen Landschaftstypen, Nutzungsarten und Funktionen. Die Region gehört mit einer jährlichen Niederschlagsmenge von ca. 450-650 mm pro m² zu den trockensten Gebieten Deutschlands. Sie verfügt aber andererseits auch über eine große Anzahl von Oberflächengewässern und Moorflächen.

Vor diesem Hintergrund und bereits umfangreicher vorhandener Vorstudien, Untersuchungen und Daten haben die Landkreise Uckermark und Barnim 2021 für die Planungsregion ein Gutachten zur „Analyse und Bewertung regionalspezifischer Daten zum Landschaftswasserhaushalt der Planungsregion Uckermark-Barnim“ in Auftrag gegeben.

Ziel des Projektes war die Analyse regionalspezifischer Daten, die Identifikation von Handlungsräumen sowie die Erarbeitung flächenspezifischer Maßnahmen. Dabei wurden die Themen Landschaftswasserhaushalt, Landwirtschaft und Forstwirtschaft besonders unter dem Aspekt der aktuellen Klimaszenarien betrachtet.

Für die Kommunen liegt mit dem Gutachten ein themenübergreifender und flächenspezifischer Maßnahmenkatalog als Orientierung für ihre weitere Planung vor.

Weiterhin bildet das Gutachten eine wesentliche Grundlage für das MORO-Projekt. Es gibt sowohl bereits erste Hinweise auf regionalplanerisch zu sichernde Flächenkategorien als auch Handlungserfordernisse für das Wassermanagement in der Region. Dabei werden Empfehlungen für die Nutzungsweise in Land- und Forstwirtschaft aufgeführt.

Gutachten Landschaftswasserhaushalt der Region Uckermark-Barnim

 

 

Neuigkeiten & Veranstaltungen

Am 16. Dezember 2025 lud die Regionale Planungsgemeinschaft Uckermark-Barnim zum zweiten regionalen MORO-Fachaustausch in den Familiengarten in Eberswalde ein. Knapp 30 Expertinnen und Experten aus Wasser- und Landwirtschaft, Naturschutz, Stadtentwicklung und Regionalplanung sowie Verwaltung, Wirtschaft und Politik versammelten sich, um fachliche Inhalte für ein Handlungskonzept sowie Erfahrungen und Perspektiven zur Verbesserung des Wasserrückhalts in der Region zu diskutieren.

Anknüpfend an den ersten Fachaustausch im Sommer 2025 wurde der aktuelle Stand des Handlungskonzeptentwurfs vorgestellt. Die verwendeten Datengrundlagen und Kernaussagen über die Wasserressourcen der Landkreise Uckermark und Barnim wurden zusammenfassend präsentiert und zur Debatte gestellt. Sie umfassten die regionale Ausgangssituation (Geographie, Klima/-wandel, menschliche Eingriffe), die Schwerpunkträume Gewässer sowie land- und forstwirtschaftliche Nutzflächen, geeignete Maßnahmen zur Förderung des Wasserrückhalts in der Landschaft sowie Übersichten relevanter Akteure. Die anwesenden Expertinnen und Experten brachten wichtige Hinweise zur Ergänzung und möglichen Anpassung der vorgestellten Inhalte ein.

Im anschließenden Podiumsgespräch „Umsetzung in der Region befördern“ teilten vier Vertreterinnen und Vertreter ihre langjährigen Erfahrungen und Einschätzungen aus Sicht eines Bauernverbandes, eines Wasser- und Bodenverbands, eines Unternehmens sowie eines Umweltamtes. Als Herausforderung wurde u.a. die Beantragung von Fördermitteln genannt – sowohl der damit verbundene Aufwand als auch die fehlende Berechtigung einzelner Akteure. Kritisch erwähnt wurden außerdem die vielen existierenden Planungen, deren Umsetzungen jedoch auf sich warten ließen. Als wichtiger Faktor für eine erfolgreiche Maßnahmenumsetzung wurde die vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Akteursgruppen hervorgehoben. Staubeiräte haben sich dabei als wichtiges Mittel bewährt, miteinander ins Gespräch zu kommen. Gleichwohl bleiben das Erreichen und Gewinnen wichtiger Landeigentümer für die Umsetzung geeigneter Maßnahmen auf ihren Flächen eine der größten Herausforderungen. Eigentumsverhältnisse und Flächenkonkurrenz spielen häufig eine hemmende Rolle. Gleichzeitig mangele es an Arbeitskräften bei der Maßnahmenumsetzung. Den Wasser- und Bodenverbänden komme hier eine zentrale Rolle zu. Es fehle ihnen aber sowohl an Befugnissen als auch an finanziellen Möglichkeiten, um dieser Rolle gerecht werden zu können. Potenziell könnten aus Ausgleichsmaßnahmen zum Bau von Windenergieanlagen ein größerer Anteil der Gelder für Wasserrückhalt in der Region zur Verfügung gestellt werden. Dazu benötige es jedoch Anpassungen in der derzeit gängigen Praxis der Mittelverteilung

Teilnehmende begrüßten den Ansatz, konstruktive Handlungsvorschläge zusammenzustellen, um aufzuzeigen, was in der Region sowohl gemeinsam als auch aus Eigeninitiative einzelner Akteure möglich sei. Planungssicherheit sei dafür von herausragender Bedeutung. Die Regionalplanung könne hier potenziell einen wichtigen Beitrag leisten, z.B. in Form noch zu definierender Festlegungen für Flächensicherungen. Ebenso sei die Politik gefragt, Rahmenbedingungen zu verbessern, sodass Maßnahmen schneller umgesetzt werden können (z.B. Zuständigkeiten, Genehmigungen, Fördermöglichkeiten). Schließlich seien wir als Gesellschaft alle gefragt: Es brauche ein Umdenken, weg von rein wirtschaftlichen Betrachtungsweisen, hin zu tragfähigen zukunftsorientierten Lösungen. Beim Thema Wasserrückhalt gehe es um nicht weniger als den Erhalt unserer Lebensgrundlagen.

Im Anschluss an den zweiten MORO-Fachaustausch wird nun das Handlungskonzept zur Verbesserung des Landschaftswasserhaushalts in der Region fertiggestellt. Es soll als Grundlage für vertiefende Dialoge mit Kommunen und Landeigentümern/-nutzern in der Region dienen, zu denen die Planungsgemeinschaft Uckermark-Barnim einladen wird.
 

Programm

Programm 2. MORO-Fachaustausch

Im Rahmen des MORO-Modellprojektes „Dialogprozess zur Verbesserung des Landschaftswasserhaushaltes im deutsch-polnischen Grenzgebiet“ fand am 30. September 2025 in Szczecin der zweite bilaterale Wissens- und Erfahrungsaustausch statt. Dieses Mal drehte sich alles um die Themen „Hochwasser, Trockenheit, Anpassung an den Klima­wandel: Vor welchen Herausforderungen steht die wasser­­bezogene Raumplanung in Deutschland und Polen?“. Dazu versammelten sich 25 Expertinnen und Experten beider Länder aus den Bereichen Raum­planung, Wasserwirtschaft, kommunale Verwaltung, Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Naturschutz für einen intensiven Austausch.

In vier Arbeitsgruppen erörterten die Fachleute Handlungsbedarfe und Herausforderungen für einen verbesserten Wasserrückhalt in der Landschaft aus den verschiedenen Perspektiven der Land- und Forstwirtschaft, des Gewässerschutzes und der Siedlungsentwicklung. In jeder Arbeitsgruppe wurden zum Einstieg konkrete Beispiele aus beiden Ländern vorgestellt (vgl. Programm), aus denen sich angeregte Diskussionen entfachten. Neben den Herausforderungen wurde auch ein gemeinsamer Blick auf die sowohl bei den Fachbehörden als auch in der Raumordnung zur Verfügung stehenden oder auch fehlenden Instrumente für eine effektive Verbesserung des Landschaftswasserhaushalts geworfen.

Es wurde deutlich, dass beide Länder sich in vielen Belangen ähnlichen Herausforderungen gegenübersehen. Landwirtschaftliche wie auch forstwirtschaftliche Flächen beiderseits der Oder sind heutzutage großteils von intensiven Entwässerungsmaßnahmen geprägt – in Form von unterirdischen Drainagen, oberirdischen Entwässerungsgräben, begradigten Flüssen und entkoppelten Auengebieten. Die Landschaften wurden über Jahrhunderte auf den schnellstmöglichen Abtransport des Wassers getrimmt. So haben sie ihre natürlichen Fähigkeiten, Wasser zurückzuhalten, den Abfluss zu entschleunigen und Wasser zu speichern, maßgeblich eingebüßt. Das wirkt sich wiederum auf die Grundwasserneubildung und die – zumeist mit dem Grundwasser verbundenen – Oberflächengewässer beider Regionen aus. Steigende Temperaturen und damit einhergehende höhere Verdunstungsraten verschärfen die Situation. Kleinere Fließ- wie Standgewässer sind besonders betroffen: Sie verlieren zunehmend an Fläche oder verschwinden sogar ganz. Siedlungsgebiete werden immer häufiger von Überschwemmungen als Ergebnis von Starkniederschlagsereignissen getroffen. Hier sehen sich beide Länder ebenfalls ähnlichen Herausforderungen gegenüber. Es gilt einerseits, innerstädtische Gebiete, wo möglich und sinnvoll, wieder zu entsiegeln; andererseits den – insbesondere auf polnischer Seite – zunehmenden Siedlungsdruck aus noch unbebauten Senkenbereichen fernzuhalten. Beides zielt darauf ab, Überschwemmungsrisiken zu reduzieren.

Die Teilnehmenden waren sich einig, dass ein zentraler Dreh- und Angelpunkt für einen verbesserten Wasserrückhalt in der Art und Weise der Nutzung relevanter Flächen liegt und somit auch Eigentumsverhältnisse eine wichtige Rolle spielen.

Neben bereits existierenden Instrumenten der Fach- und Raumplanung sowie Fördermöglichkeiten kristallisierten sich v.a. vier Punkte heraus, die zur langfristigen Verbesserung des Landschaftswasserhaushalts beiderseits der Oder als nötig erachtet werden:

  • Wasserressourcen sind endlich. Dieses Verständnis unter allen Wassernutzern einer Region zu verankern, muss Teil der Lösung werden, um Kompromissbereitschaft bei künftigen Verteilungsfragen zu fördern.
  • Ermittlung und Verteilung verfügbarer Wasserressourcen einer Region müssen ganzheitlich auf Basis von Wassereinzugsgebieten erfolgen – und dürfen nicht an kommunalen Verwaltungsgrenzen enden.
  • Wasserrückhalt muss sich lohnen – um Landspekulationen etwas entgegenzusetzen, ohne ihnen gleichzeitig Vorschub zu leisten.
  • Wasserrückhalt dient der Sicherung unserer Lebensgrundlagen. Maßnahmen zu seiner Förderung sind im Falle von Flächennutzungskonkurrenzen ggf. Vorrang einzuräumen.

Welche Rolle die Raumordnung hierbei spielen kann und sollte, bleibt Gegenstand weiterer Erörterungen – sowohl im Rahmen dieses MORO-Projektes als auch darüber hinaus durch weitere Dialoge und Zusammenarbeit zwischen Fachbehörden und Raumordnung auf beiden Seiten der Oder.

Der Workshop war der zweite einer Serie in deutsch-polnischer Konstellation, die im Januar 2026 mit dem dritten Themenschwerpunkt „Kooperationsstrukturen und Umsetzungsmaßnahmen“ abgerundet wird.

Programm

Programm 2. deutsch-polnischer Workshop (deutsch)
Programm_2. deutsch-polnischer Workshop (polski)

Dokumentation

Dokumentation 2. deutsch-polnischer Workshop (deutsch)
Dokumentation_2. deutsch-polnischer Workshop (polski)

Am 10. Juli 2025 fand im Familiengarten in Eberswalde der erste regionale MORO-Fachaustausch statt. Im Fokus stand die Vorstellung und der Austausch rund um den Entwurf eines Handlungskonzepts zur Stärkung des Landschaftswasserhaushalts in der Region Uckermark-Barnim. 25 Expertinnen und Experten aus Wasserwirtschaft, Naturschutz und Raumordnung waren der Einladung der Regionalen Planungsstelle gefolgt.

Fachvorträge zum Niedrigwasserkonzept des Landes Brandenburg, zu den spezifischen Herausforderungen eines sich ändernden Wasserregimes aus Landkreisperspektive sowie zu den Möglichkeiten und Grenzen der Regionalplanung schufen den thematischen Rahmen und stießen erste Diskussionen unter den Teilnehmenden an.

Dem folgte die Präsentation des ersten Entwurfs des Handlungskonzepts: Dies soll über Herausforderungen und Handlungsbedarfe zum Thema Wasser in der Landschaft informieren, Verständnis für besondere Handlungsbedarfe schaffen und als Grundlage für weitere Planungen und Umsetzungen von Maßnahmen dienen. Dazu wird es ausgewählte Schwerpunkträume mit besonderem Handlungsbedarf darstellen sowie einzelne Maßnahmen konkret beschreiben, um eine effektive Umsetzung interessierter Akteure zu unterstützen. Das Handlungskonzept richtet sich an Vertreterinnen und Vertreter der Kommunen, der Regionalplanung, an die Wasser- und Bodenverbände, an Landeigentümer/-innen, Landnutzer/-innen sowie weitere relevante Akteure.

Als zentrale Informationsgrundlage zur Erarbeitung des Handlungskonzepts dient das Gutachten zum Landschaftswasserhaushalt der Region Uckermark-Barnim (2022) mit seinen räumlichen Analysen und Empfehlungen. Diese Informationen mit Expertinnen und Experten aus der Region zu überprüfen, stellte ein weiteres, wichtiges Ziel des ersten Fachaustausches dar. Zum Einstieg in den interaktiven Arbeitsblock diente ein Impulsvortrag über Erfahrungen aus erfolgreich umgesetzten Maßnahmen in der Region. Dem folgte eine intensive Arbeitsphase, räumlich orientiert an den Einzugsgebieten der Wasser- und Bodenverbände Uckerseen, Welse und Finowfließ (Oder-Einzugsgebiet).

Der erste Fachaustausch lieferte wertvolle Hinweise zu regionalen Gegebenheiten, Erfordernissen und Herausforderungen, die im Rahmen des MORO-Projektes in die weitere Ausarbeitung des Handlungskonzepts einfließen werden. Er bildet gleichzeitig den Start einer Reihe von Veranstaltungen, die den Austausch mit weiteren regionalen Akteuren für einen verbesserten Landschaftswasserhaushalts in der Uckermark und dem Barnim fördern sollen – allen voran mit Vertreter/-innen der Kommunen und Landwirt/-innen.

Das Programm und die Folien zu den Vorträgen können Sie unter den folgenden Links einsehen:

Programm

Programm 1. MORO-Fachaustausch

Präsentationen

  1. MORO-Projekt (Schiller)
  2. Niedrigwasserkonzept Brandenburg (Raber)
  3. Förderung dezentraler Grundwasserneubildung (Dr. Spundflasch)
  4. Möglichkeiten und Grenzen der Regionalplanung (Kather)
  5. Handlungskonzept-Entwurf (Schiller & Weigelt-Kirchner)
  6. Praxisbeispiele Moorrevitalisierung (Dr. Mauersberger)
Vor einem Haus und steht eine Reihe von Personen und schaut in die Kamera.

Am 17. Juni 2025 fand in Szczecin der erste deutsch-polnische Wissens- und Erfahrungsaustausch unter dem Thema „Landschaftswasserhaushalt in der Region Uckermark-Barnim und der Wojewodschaft Zachodniopomorskie: Kenntnisstand, Strategien, Handlungsbedarfe“ statt. Mehr als 30 Teilnehmende aus relevanten Institutionen der Projektregionen in Deutschland und Polen nahmen an dem Treffen teil.

Mit Fachvorträgen wurden Einblicke in Datengrundlagen und Zuständigkeiten auf beiden Seiten der Oder geteilt. So wurden von der polnischen Seite die Herausforderungen hinsichtlich der sich verändernden Wasserbilanzen, die Auswirkungen von Dürre in Flussgebieten sowie die Rolle der polnischen Raumordnung bezüglich des Landschaftswasserhaushaltes dargelegt. Von Seiten der deutschen Behörden wurden weiterhin bestehende Handlungsbedarfe und Lösungsstrategien sowie Maßnahmenbeispiele zur Gewässer- und Moorrenaturierung vorgestellt.

Die Regionale Planungsgemeinschaft präsentierte die Ergebnisse des Gutachtens zum Landschaftswasserhaushalt der Region Uckermark-Barnim. Dem folgte eine rege Diskussion unter den Teilnehmenden über Herausforderungen, Missstände und Möglichkeiten an den Schnittstellen zwischen Raumplanung und Wasserwirtschaft. Der Grundstein für einen grenzübergreifenden Dialog zur Verbesserung des Landschaftswasserhaushaltes im Einzugsgebiet der Oder wurde erfolgreich gelegt und ein gemeinsames Projektverständnis unter den Akteuren erzeugt.

Der Workshop macht den Auftakt einer dreiteiligen Serie, die im Oktober 2025 und Januar 2026 mit den Themenblöcken „Herausforderungen: Hochwasserschutz, Trockenheit, Anpassung an den Klimawandel im nördlichen Oderraum“ und „Kooperationsstrukturen und Umsetzungsmaßnahmen“ in deutsch-polnischer Konstellation fortgesetzt wird.

Parallel dazu werden weitere Austauschformate mit Experten und Betroffenen in und aus der Region Uckermark-Barnim zur Verbesserung des hiesigen Landschaftswasserhaushaltes organisiert werden. Den Start dazu wird ein erster Fachaustausch im Juli 2025 in Eberswalde machen.

Programm

Programm_1. deutsch-polnischer Workshop (deutsch)
Programm_1. deutsch-polnischer Workshop (polski)

Präsentationen

1. Regionale Planungsgemeinschaft Uckermark-Barnim (RPG UM-BAR), Eberswalde
2. Ministerium für Land- und Ernährungswirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg (MLEUV), Potsdam
3. Landesamt für Umwelt des Landes Brandenburg (LfU), Potsdam
4. Institut für Meteorologie und Wasserwirtschaft (IMGW-PIB), Gdynia
5. Regionale Wasserwirtschaftsverwaltung (RZGW), Szczecin
6. Regionales Büro für Raumbewirtschaftung der Wojewodschaft Westpommern (RBGP WZ), Szczecin

 

Vor einer Wand, an der Karten angepinnt sind, stehen drei Frauen und zwei Männer und schauen in die Kamera.

Am 23. Januar 2025 fand ein erstes Treffen mit dem polnischen Regionalbüro der Wojewodschaft Zachodniopomorskie in Szczecin zur Abstimmung der geplanten deutsch-polnischen Workshops sowie zum Erfahrungsaustausch zum Thema Landschaftswasserhaushalt und vorbeugender Hochwasserschutz statt. Der konstruktive Austausch brachte aufschlussreiche Einblicke in die Bearbeitung der Themenfelder des jeweiligen Regionalplanungs-Büros.

Fördermittelgeber

Finanziert und gefördert durch das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) aus Mitteln der Modellvorhaben der Raumordnung (MORO)