Zensus 2011 – Erste Ergebnisse für die Planungsgemeinschaft

Zum Stichtag 9. Mai 2011 fand in Deutschland erstmals seit 1987 in den alten Ländern bzw. 1981 in den neuen Ländern wieder eine Volkszählung, der Zensus 2011, statt. Ein zentrales Ziel war die Ermittlung der aktuellen Einwohnerzahlen in Bund, Ländern und Kommunen. Seit der letzten Volkszählung gab es Millionen an Geburten, Sterbefällen, Zuzügen und Fortzügen, die statistisch in die amtliche Bevölkerungsfortschreibung eingegangen sind. Über einen Zeitraum von 24 bzw. 30 Jahren entstehen naturgemäß Ungenauigkeiten und führen zu Unsicherheiten über die aktuelle Bevölkerungszahl.

Am 31. Mai 2013 haben die Statistischen Ämter des Bundes und der Länder die ersten Ergebnisse des Zensus 2011 vorgestellt. Ein Kernergebnis ist, dass in Deutschland zum Zensusstichtag 80,2 Millionen Einwohner lebten – und damit rund 1,5 Millionen bzw. 1,8 % weniger Einwohner als bislang angenommen. Allerdings gibt es regional große Unterschiede in der Differenz zwischen den Ergebnissen des Zensus 2011 und der bisherigen amtlichen Bevölkerungsfortschreibung.

Die Korrektur der Bevölkerungsfortschreibung durch die Zensusergebnisse führt dazu, dass in Berlin (-5,0 %) und Brandenburg (-1,7 %) der Bevölkerungsbestand niedriger ausfällt als in den bisherigen Fortschreibungen. Während für Brandenburg die Ergebnisabweichungen beim Bevölkerungsstand als relativ moderat einzustufen sind, liegt die Abweichung bei Berlin deutlich über dem Ergebnis für Deutschland insgesamt (-1,9 %). Insbesondere unterlassene Abmeldungen beim Fortzug von Ausländern, Deutschen mit Migrationshintergrund sowie lokal auch nicht registrierte Fortzüge von Studenten sollen ursächlich für die Ergebnisabweichung sein. In der Konsequenz fällt die Ausländerquote in beiden Ländern und deutschlandweit deutlich niedriger aus. 

Für das Land Brandenburg wurde zum Zensusstichtag 9. Mai 2011 eine Einwohnerzahl von 2 455 780 Personen ermittelt, 43 488 bzw. 1,7 % weniger als nach der bisherigen Bevölkerungsfortschreibung zum 01.05.2011.
Im langfristigen Vergleich über 20 Jahre mit dem Bevölkerungsstand vom 31.12.1991 ergibt sich ein Bevölkerungsrückgang von 97 622 Personen bzw. 3,8 %. Deutlich vom Rückgang betroffen war die Altersgruppe der 3- bis unter 18-Jährigen (-46,1 %). In den Altersgruppen ab 40 Jahren gab es hingegen einen Zuwachs von 38,4 %.

Der Anteil der Personen mit ausländischer Staatsangehörigkeit stieg von 1991 bis 2011 von 0,7 auf 1,7 % (42 190 Personen). 4,4 % der Brandenburger Bevölkerung (107 790 Personen) hatten zum Stichtag einen Migrationshintergrund (Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg 31.05.2013)
Auf Gemeindeebene  liegt im Land Brandenburg der Bevölkerungsstand 25 meist kleinerer Gemeinden am 31.12.11 um mindestens 5 % unter der alten Fortschreibung. Darunter befinden sich auch die Zentralen Orte Großräschen (-8,6 %), Eisenhüttenstadt (-8,5 %), Schwedt/Oder (-6,1 %) und Spremberg (-5,1 %).  Auf der anderen Seite haben nur sechs kleine Gemeinden mit weniger als 1.000 Einwohnern einen um mehr als 5 % höheren Bevölkerungsbestand.

Die größten Abweichungen in Brandenburg gibt es in der Uckermark. Zum Stichtag am 9. Mai 2011  lag die Einwohnerzahl bei 124 682  statt wie nach früheren Zählungen angenommen bei 128 174.

Die Daten haben laut Statistischem Bundesamt vorläufigen Charakter (Quelle: Landesamt für Bauen und Verkehr Brandenburg Mai 2013 ).